Das Tolerante Brandenburg feiert Geburtstag. Zum 10-jährigen waren hunderte Gäste in das Hans-Otto-Theater zum Festakt gekommen. Der Bundespräsident war auch da. Und, wieder was gelernt: wenn der Bundespräsident zu spät kommt, müssen alle anderen so lange warten, bis er (vielleicht auch mal: sie) da ist. Erst dann kann’s losgehen. Außerdem hat das gemeine Volk (in diesem Fall: Prominenz aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft) aufzustehen und zu klatschen. Dann setzt er sich mit seinen Bodyguards und es kann endlich losgehen. Sagen darf er dann aber nichts.
Zu Beginn des Festakts wurden 2 Filme gezeigt, in denen Menschen in Nahaufnahme „Gesicht zeigten“ und mit ihrer eigenen Diversität für Toleranz warben. Nur leider waren die gezeigten Menschen gar nicht divers. Die allermeisten waren männlich, die wenigen Frauen alle geschminkt; dass „schockierendste“ was gezeigt wurde, waren die halbwegs subversiven Haare eines Mannes und ein Ärzte-T-Shirt. Sonst nix. Von Transen, ungeschminkten Frauen (was für ein Tabu), Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, Gruftis etc., also Menschen, wie mensch sie täglich auf der Straße trifft, war nichts zu sehen. Ein paar durften auch was sagen; aber das waren auch fast nur Männer. Schade. Auch die Reden von MP Platzeck und der Vorsitzenden des Aktionsbündnisses, Asmus, waren dürftig und beschränkten sich auf Allgemeinplätze. Schade… Dafür war das kulturelle Rahmenprogramm der jungen Theatergruppe spitze. Gegen Ende verließen immer mehr PolitikerInnen den Raum; sie mussten noch zum Sommerfest der MAZ. Das Programm ist vollgepackt an den fußballfreien Tagen.. Die MAZ wollte uns Grüne anscheinend bewusst ausgrenzen: der Veranstaltungsort war mit Öffentlichen nicht zu erreichen, wenn mensch nicht eine halbe Stunde durch den Potsdamer Wald laufen wollte. Es gab zwar einen Shuttle; aber der verkehrte nur zwischen dem Schloss, wo die Party war, und dem Parkplatz 100 m weiter. Vom Klimawandel hatten die Veranstalter anscheinend noch nichts gehört..