In Brüssel wurde der Energy Globe Award vergeben. Das heißt, je ein Preis ging an ein Gewinnerprojekt in den 5 Elementen Feuer, Wasser, Erde, Wind und Jugend (das wurde als 5. Element dazu gelobt). Die Energy Globe Awards werden seit 1999 vergeben und seit letztem jahr findet die Party im Europaparlament statt. Und eine Party war es; kaum eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Aber gut, es sollen ja auch Projekte mit Vorbildcharakter gefeiert werden, da darf natürlich auch gefeiert werden. Die Projekte waren jedoch nur selten innovativ. Vorgestellt wurden ausgewählte Projekte aus einem weltweiten Fundus. Diese waren dann meist unternehmerischer Art; also kluge Geschäftsideen, die mit Ökologie Gewinne machen sollten. Außerdem gab es Projekte, die von europäischen Organisationen, die in Afrika und anderswo Brunnen bauten etc. Also kaum Projekte von BürgerInnen; Menschen vor Ort. Am enttäuschendsten war der Bereich Jugend. Dort waren ausschließlich Ideen von Erwachsenen, an denen Jugendliche und Schulkinder teilnahmen. Also keine Projekte von Jugendlichen.
Der Energy Globe Award wurde von einem konservativen MEP aus Österreich ins Leben gerufen und das zeigte sich auch am Programm. Die kleinen Filme zwischendurch hatten mehr Unterhaltungswert, als dass der nötige radikale Klimaschutz zum Ausdruck käme. Und als Pöttering (Parlamentspräsident) gefragt wurde, was er denn so grünes in seinem Leben tun würde, fiel ihm zuerst ein, dass er grüne Äpfel essen würde. Dafür war die Veranstaltung prominent besetzt. Kofi Annan war da und Gorbatschow und die indische Umweltministerin Ghandi plus ein paar Größen aus Kultur und Medien.
Fazit: eine radikale Klimaschutz- und erneuerbare Energienpolitik gibt es nur bei uns Grünen. Auch wenn es wünschenswert ist, dass auch andere Parteien dieses Thema entdecken, ist es doch erschreckend, wie sehr die Klimafrage weichgespült werden kann. (von den Geschlechterungerechtigkeiten der Veranstaltung will ich gar nicht reden.)