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Grünes aus Brandenburg und Europa

Nur ein Toter mehr?

Gestern war nicht nur der Tag kurz vor Valentinstag. Gestern jährte sich auch der Mord an Farid Guendoul (auch bekannt unter Omar ben Noui), der in der Nacht vom 12. zum 13.2.1999 in Guben von Nazis zu Tode gehetzt wurde. Elf rechtsextreme Jugendliche verfolgten Farid und zwei Begleiter, nachdem sie schon vorher in der Stadt andere Menschen angepöbelt hatten. Farid und seine Begleiter versuchten, sich vor den Nazis, die in mehreren Autos mit lauter Nazimucke unterwegs waren, in Sicherheit zu bringen. In Panik trat Farid dabei die Glasscheibe einer Haustür ein und fügte sich dabei die Verletzung zu, an der er wenig später verblutete. Einer seiner Begleiter wurde zu Boden geschlagen, der andere konnte entkommen und flüchtete in ein Bistro, vor dem die Nazis dann aufzogen. Als die Polizei endlich kam, nahm sie allerdings ihn und nicht die Nazis fest. Hilfe für Farid Guendoul schickten sie nicht. Der Fall und auch der Prozess danach fand bundesweit Aufmerksamkeit und ist ein Beispiel für Fehlverhalten der Polizei, Vertuschung des Geschehens durch die LokalpolitikerInnen, Diffamierung anti-rechtsextremer Menschen, die ihren Mund nicht halten wollten als Nestbeschmutzer und für ein Gerichtsverfahren, dass sich nicht immer für die politischen Hintergründe der Tat interessierte. Ein Gedenkstein für Farid Guendoul fand viel Widerspruch bei den lokalen PolitikerInnen und wurde in den Folgejahren regelmäßig von Nazis beschmiert und entwendet. Nazis gibt es auch in Guben nach wie vor…

Für mehr Infos über die Tat, die Täter und den Gerichtsprozess: Prozessbeobachtungsgruppe Guben (Hrsg.): Nur ein Toter mehr… Alltäglicher Rassismus in Deutschland und die Hetzjagd von Guben. Unrast-Verlag, Hamburg/Münster 2001

Februar 14, 2008 - Verfasst von Ska Keller | Rechtsextremismus | , , , , | Keine Kommentare

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